Abenteuer BUL AIR oder Condor?

„Wir haben heute leider keinen Koffer für dich!“

Nein, wir sind nicht bei Germany’s Next Topmodel, sondern Fliegen mit der Condor. Von Frankfurt aus starten wir in Richtung Gran Canaria, wo wir mit der AIDA in See stechen. Knappe 100 m Busfahrt trennen uns noch von dem Thomas-Cook-Flugzeug. Ähm…, fliegen wir nicht eigentlich mit der Condor? Von der BUL-Air-Besatzung werden die vorfreudigen Touristen begrüßt, doch die Stimmung kippt schnell.

Mit einer Stunde Verspätung und hungrigen, deutschen Passagieren geht es los in Richtung Süden. Nachdem die Currywurstbestellung aufgenommen wurde, kamen die Gratis – Laugenstangen für AIDA-Pauschaltouristen. Schnell steigt der Lautsstärkepegel der Unterhaltungen an. Durch die Verwirrung und die gefühlte Benachteiligung beschweren sich die Gäste. Die Bordsprache Englisch verschlimmerte die Panik verhungern zu müssen.

Der Hinflug wurde mit einem rasanten Landemanöver abgeschlossen und wir genossen unseren Urlaub. Von dem tollen Urlaub kannst du HIER lesen.

Doch schon nach einer Woche bekamen wir eine erneute Vorstellung des BUL-Air-Dramas. Noch wehmütig, dass dieser Urlaub jetzt wirklich schon vorbei ist, sitze ich wieder im Flieger von Thomas Cook und amüsiere mich über die Aussage des deutschen Condor-Vertreters: „Wegen kurzfristiger Engpässe übernimmt BUL Air den Service, auch diese Gesellschaft geht mit höchsten Sicherheitsstandards voran.“ Der „kurzfristige Engpass“ ist uns seit der Buchung Anfang des Jahres bekannt. Die mehrmalige Betonung der Sicherheit ließ in mir die Glaubwürdigkeit stetig schrumpfen.

Der nächste Schock folgt zugleich. Nach einer Stunde Verspätung wurden die Koffer wieder ausgeladen. Direkt über dem Gepäckband platziert, konnte ich meinem Koffer zuwinken. Eine weitere Stunde später flogen wir endlich wieder zurück in die Heimat. Nach einem ruhigen Flug ohne Essensdiskussionen über erhaltene Laugenstangen landeten wir wieder in rasantem Tempo mit 2 Stunden Verspätung.

Jetzt meldet sich unsere Condor-Vertreterin auch wieder zu Wort: „Herzlich Willkommen in Frankfurt. Aufgrund Übergewicht haben wir in Gran Canaria keine Freigabe für den Flug erhalten und mussten ein paar wenige Koffer ausladen.“

Am Kofferband wurde uns schnell klar, dass wir heute ohne Koffer nach Hause gehen. An der Reklamestelle standen bereits 75% der Passagiere, deren wenige Koffer ausgeladen wurden. Bedenkt man, welches Drama nach einer fehlenden Laugenstange im Flugzeug entstand, weiß man mit welcher Emotion es nun, trotz der Müdigkeit, hier zugeht. Mit einem Zettel und einem Link zum Tracken werden wir nach Hause geschickt.

Der erste Tag vergeht ohne Koffer und mir fehlt meine Zahnbürste, am zweiten Tag suche ich eine halbe Stunde nach meiner Pinzette. Der dritte Tag vergeht und langsam verabschiede ich mich mental von meinen Habseligkeiten. Auch am vierten Tag nichts Neues…

Der Anruf meiner Cousine erlöste mich und stellte zugleich eine neue Aufgabe. „Ich hab‘ einen Koffer! Aber es ist deiner!“ So landete mein Gepäck in Würzburg und ihrer einen Tag später in Regensburg. Nach der Übergabe sind wir nun, nach einer ganzen Woche warten, wieder glücklich mit unserem Habseligkeiten vereint. Ende gut, Urlaub gut!

P.S.: Hätte meine Cousine diesen Artikel geschrieben, würde der Titel „Koffer weg – Freund weg! Minimalismus ist in! Condor machts möglich!“ heißen. Denn während ich glücklich mit meinem Koffer im Wohnzimmer sitze und dir von meiner Odyssee berichte, erhielt ihr Freund gerade die Nachricht: „Der Condor – Flug von Toronto nach Frankfurt ist gecancelt!“

 

 

 

 

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