Kein Bier? 5 Wege, wie du in Marokko doch an Bier kommst!

Blick von unserem Hotel

Alkoholiker? Nein, nur ein waschechter Bayer 😉

Und zum Abklingen eines schönen Urlaubstages trägt ein Bier einfach zum Wohle mit bei. Man sollte Wissen, dass in muslimischen Ländern der Alkoholkonsum aus religiöser Sicht nicht gern gesehen wird und nicht als Kulturgut, wie in unserem wunderschönem Bayern, verankert ist. So ist es mitunter schwierig an das Feierabendbier zu gelangen, aber nicht unmöglich. Ich zeige dir 5 Wege, wie du doch an Bier kommst.

1. Carrefour oder Supermärkte

Innerhalb einer Medina ist es tatsächlich schier unmöglich. Fährt man jedoch mit dem Taxi in die Neustädte, findet man die großen Lebensmittelläden wie zum Beispiel den Carrefour. Dort wird vor allem das Heineken vertrieben. Aber auf den Geschmack sind die Marokkaner dann wohl doch gekommen, sonst würden ja nicht, eigens in Marokko gebrautes, Bier im Regal stehen. In diesen Läden bekommt man zum Beispiel das in Casablanca gebraute Flag Speciale für ca 120 MAD (ca.1,20 €/ 0,25l).

2. Lizenzierte Restaurants oder große Hotelketten

In dem europäisiertem Agadir wird es kaum ein Problem sein, da dort alle erdenklichen Hotelketten stehen. Im Inland findet man jedoch auch ein paar lizenzierte, meist höherpreisige Lokale mit Ausschankmöglichkeit. So hatten wir in Fès das Glück in dem Palais des Fès untergebracht zu sein. Dort kann man auch einen netten Abend bei leckerem Essen auf der wunderschönen Dachterrasse verbringen. Hier kommt man in den Genuss des Stork Bieres mit Sicht auf den Sonnenuntergang über Fès. Der Ausblick und das Bier müssen hier bezahlt werden und so ist man hier bei einer kleinen Dose 5 € los. In Casablanca kann man im Kenzie-Tower im 27.Stock im Meer aus den Lichtern der Stadt ein kühles Blondes genießen. Beim stolzen Preis von 7 € für den viertel Liter werden zumindest ein paar salzige Knabbereien angeboten. Na, durstig?

3. Unterm Tisch?!

Die Speisekarten sind oft nur auf arabisch und französisch. Mit ein bisschen Schulfranzösisch kann man sich zwar einiges herleiten, jedoch nicht voll verstehen. So fragten wir, ohne große Hoffnung, den Kellner ob hier Bier ausgeschenkt würde. Er kommt uns näher. „Wenn ihr möchtet, besorge ich welches für euch. Wie viele wollt ihr denn trinken?“ Verwundert antworteten wir „Drei?!“, was mit einem „Nur?!“ erwidert wurde. Wir einigten uns auf 6.  Nach ca. 15 min. brachte uns der Kellner eine Tasche mit den bestellten 6 Bier, mit der Bitte unter dem Tisch zu trinken.  Er erklärte uns, dass er keine Lizenz habe und irgendwo in der Medina ein paar Flaschen einkauft, falls Touristen danach fragen. Für 3€ pro Bier hat sich der Kellner hier sehr Mühe gegeben. Das nennt man Service.

4. „Auf dem Schwarzmarkt“

Unsere Bleibe in Essaouira haben wir eine Dachterrasse, welche direkt auf der Stadtmauer liegt. Vor uns liegt nur noch das offene Meer. Und ganz hinten am Horizont geht die Sonne unter. So entschlossen wir uns für den 2.Tag in diesem Riad ein paar Flaschen Bier zu besorgen und diesen Ausblick auszukosten. Also fragten wir nach dem Essen in der Medina einen gut English sprechenden, sympathischen Kellner. Er führte uns durch kleine Gässchen, ließ uns bei einem Gewürzhändler stehen. Erst dachten wir, dass diese uns nun ganz geheim etwas zukommen lassen.

Nach ein zwei Minuten Geplapper kam unser Kellner wieder und gab uns ein Zeichen, dass wir weiter mit ihm kommen sollten. Ein paar Straßen weiter blieben wir bei einem  Korbbinder stehen. Dort nahm er sich eine Tasche und schon war er weg. Wir schlenderten ein bisschen weiter.  Dann holte er wieder von hinten auf. Seltsamer Kauz, aber langsam verstanden wir seinen Plan. Er wollte verhindern, dass man uns zusammen auf dem direkten Weg zu „diesem Laden“ sieht. In einer dunklen Gasse ließ er uns ein weiteres mal stehen. Dieses Mal kam uns schon ein leicht mulmiges Gefühl auf. Eigentlich wollten wir doch nur zwei, drei Flaschen Bier, von Heroin war nie die Rede.  😉 Doch dieses Versteckspiel und die dunkle Gasse, in der wir gerade stehen, machte eher den Eindruck, als würden wir die schlimmsten Drogen der Welt wollen oder gleich beraubt werden. Vielleicht ist das ja eine Falle!? Und da ist er wieder!

Als er grinsend unsere bestellten Flaschen aus der Tasche zückt legt sich meine beginnende Angst und das Vertrauen in die Menschen kehrt zurück. Wir versteckten es in jeder Tasche an unserer Kleidung. Tatsächlich fragte er uns noch, ob wir ein bisschen Haschisch kaufen wollen. Wir lehnten dankend ab und zahlten die 3 € pro Bier und ein bisschen Trinkgeld für diese abenteuerliche Beschaffung. In Berberdecken eingekuschelt verbrachten wir einen romantischen und lustigen Abend mit Blick auf den Sonnenuntergang und den klaren Sternenhimmel.

5. Frag einfach!

Fragen kostet nichts!

Oft hätte uns ein Hotelier ein Bier mitgebracht, wenn man am Abend zuvor fragt. Generell hängen junge Marokkaner nicht mehr so strikt am Glauben und wissen oft gute Adressen. Für uns stand bei einem Restaurantbesuch der Ausschank nicht im Vordergrund, aber natürlich kann man seinen Genuss mit einem Bierchen unterstreichen. Darum haben wir einfach mal gefragt und manchmal springen auch ganz abenteuerliche Erfahrungen oder nette Gespräche dabei mit heraus. Man sollte das Thema einfach natürlich behandeln. Ich bin kein Muslim, ich muss mich nicht an diese Regeln halten. Sehr wohl aber an die Höflichkeit öffentliches Trinken zu unterlassen.

In diesem Sinne, Zum Wohl!

Auch mich kannst du einfach fragen! Schreib doch in den Kommentaren, was dich interessiert. Du magst mehr Urlaubsgeschichten, dann hätte ich hier noch eine für dich.

Reisebericht Marokko

Schreibe einen Kommentar